Jedes Jahr geht sie wieder los, die größte regelmäßige Massenbewegung. Wie ich schon schrieb, sind Weihnachten und Sylvester in China eher Feste für die westliche Minderheit, richtig gefeiert wird das Mondneujahrs- bzw. Frühlingsfest.
Schon Wochen vorher merkt man, dass irgendetwas los ist: Plötzlich hängen überall Girlanden, Blumenschmuck und Tigersticker und die Großmärkte haben ihr halbes Sortiment auf Süßwaren und Dekoration umgestellt. Wie in Deutschland an Weihnachten halt.
Besonders vier Dinge sind für die Dekoration wichtig:
- Alles was irgendwie rot ist
- Das Tier des kommenden Jahres (Tiger)
- Kunstmandarinenbüsche (so sehen sie jedenfalls aus)
- Pfirsichblüten
Auch westliche Firmen versuchen, finanziell von den Feierlichkeiten zu profitieren, so gibt es ein McDonalds New-Year-Menu und eine Esprit New-Year-Kollektion.
Da man das Fest traditionell mit seiner Familie verbringt, ist das Verkehrssystem zu keiner Zeit des Jahres so überlastet wie wenn Millionen Wanderarbeiter aus dem (Süd-)Osten in den Norden reisen, oft das einzige Mal im Jahr, dass sie ihre Familien sehen.
Mich hat ein Schulfreund zu seiner Familie nach Hong Kong eingeladen, wo ich eine Woche bleiben durfte.
Hong Kong ist eine interessante Stadt, weil sie durch die Verstreuung auf mehrere Inseln sehr aufgelockert wirkt, ganz anders als die Großstädte Festlandchinas. Außerdem ist man in einer halben Stunde mitten in grünen Bergen und fühlt sich weitab jeglicher Zivilisation, obwohl man gerade nur einen Steinwurf von einer Millionenstadt entfernt ist.An den Stränden kann man Tauchen und in den Bergen wandern – kein Wunder, dass sich hier viele Ausländer niederlassen, bei der hohen Lebensqualität! Da Hong Kong bis 1997 britische Kronkolonie war sprechen die meisten Bewohner außerdem englisch, was die Navigation für Ausländer stark erleichtert.
Zum Frühlingsfest gab es eine große Parade und ein fantastisches Feuerwerk, das ich aus einem Wohnzimmer mit perfektem Blick auf Hong Kongs Skyline genießen konnte.
Außerdem hat mich mein Freund sicher durch die Sehenswürdigkeiten Hong Kongs gelotst, u.a. den Peak (Gipfel von Hong Kong Island), das empfehlenswerte Museum of History, den Kupferbuddha auf Lantau Island usw.
Hong Kong unterscheidet sich stark von Festlandchina: Abgesehen von der Sprache (Kantonesisch und Englisch) und dem Regierungs- und Wirtschaftssystem habe ich die Menschen viel freundlicher, höflicher und moderner erlebt. Auch die Preise orientieren sich eher an den westlichen Staaten.



















Ich heiße Axel Waldbach, habe gerade mein Abitur in der Tasche und war für ½ Jahr als FSJler beim DAAD in Guangzhou (China).