Anzahl, Batzen, Folge, Garnitur, Glied, Haufen, Heer, Menge, Reihe, Sammlung, Schwall, Schwarm, Übermaß, Unmaß, Unzahl, Vielheit, Vielzahl, Zahlenfolge.
Oder eben eine neue Serie, in der Raum bekommt, was den Alltag hier von dem in Deutschland unterscheidet. Angestrebtes Erscheinungsintervall: wöchentlich.
Kulturschock kompakt #1: Taxi
Ich werde sie wirklich vermissen: Die 16.000 offiziellen Taxis, die einen für einen Bruchteil des in Deutschland üblichen Betrags überall hinbringen. Die Grundgebühr in Guangzhou für 2,3 KM beträgt 7 RMB (0,70€), was im Vergleich mit den anderen chin. Großstädten noch im unteren Bereich liegt. Pro Kilometer mehr kommen 2,6 RMB drauf (so genau wird das aber nicht gezählt, die gleiche Strecke kostet bei verschiedenen Taxis auch unterschiedlich viel Geld…) und am Ende wird noch 1 RMB Benzingeld addiert. 9 KM Transfer kosten also unter 2€ und sind damit deutlich angenehmer als die volle und zugige Metro (und als die Busse, die mit ihrem Lautstärkepegel problemlos einen Kriegsfilm synchronisieren könnten, sowieso!).
Man zeigt einfach einen Zettel, auf den man sich vorher die Adresse hat aufschreiben (-malen) lassen, und meistens weiß der Fahrer dann auch, wo man hin will. Falls nicht, ruft er unterwegs einen Kollegen mit dem Handy an und lässt sich den Weg erklären. Probleme gibts nur, wenn der Fahrer seine Brille vergessen hat, aber das ist mir erst einmal passiert. Je nachdem, wann man fährt und wo man hin will, ist man zwar zu Fuß schneller, aber dort kriegt man nicht die Radiohörspiele mit, die hier die meisten Taxifahrer tagein tagaus hören!
Es gibt drei große Taxibetriebe (mit mehr als 1000 Fahrzeugen) und nach max. 2 Min. warten und winken am Straßenrand findet man eigentlich überall einen Fahrer, der neben einem hält.
Als Alternative gibts noch die Motorradfahrer, die an fast allen U-Bahnstationen warten und die für Kurzstrecken (nach Herunterhandeln) die günstigste und schnellste Fortbewegungsmethode sind. Nach Fahrradfahren ist es bei den Verkehrsverhältnissen hier aber wohl auch die gefährlichste, deshalb mache ich lieber einen Bogen darum. Nicht umsonst sind in Guangzhou Motorräder seit Anfang des Jahres verboten – anscheinend sind die kommerziellen Fahrer von der Regelung ausgenommen.
Das schnellste Verkehrsmittel für mittellange Strecken ist die Metro: Sie ist modern, durchgehend zweisprachig (englisch) ausgeschildert und die Linien verkehren im 2-Min.-Takt (man merkt, dass hier nächstes Jahr die Asian Games stattfinden!). Eine Fahrt kostet zwischen 2 und 5 RMB. Obwohl an den Bahnsteigen oft mit Mikrofonen ausgestattetes Servicepersonal die Massen zur Ordnung ruft, sind einfach überall zu viele Menschen unterwegs, als dass Ordnung herrschen könnte! Möchte man aus einer Bahn aussteigen, muss man damit rechnen, von den hereinströmenden Menschen gerade wieder zurück geschoben zu werden.
Ansonsten ist die Metro das einzige sichere Fortbewegungsmittel in dieser Stadt; die Fahrkartenautomaten haben sogar englischsprachige Touchscreenoberflächen, von deren Benutzerfreundlichkeit die Deutsche Bahn sich ein paar Scheibchen abschneiden könnte! Und dabei müsste sie gar nicht in die Ferne schweifen: Hergestellt wurden die Bahnen von – Siemens!
